Haiti Dégagé e.V.  Hilfe zur Selbsthilfe in Haiti bei Bildung, Gesundheit, Soziales und Wohnen

 

wurde am 02. April 1997 gegründet und am 24.06.1997 im Vereinsregister des Amtsgerichts Hamburg  eingetragen und als gemeinnützig anerkannt.

 

Der Verein konzentrierte sich bis zum Sommer 2001 mit seinem Projekt Schulkinderpatenschaft auf ein Slumviertel in Port-au-Prince, die Cité Jasmin und begann, mit zunächst 2 Schulen Kinder unseres Vereins zu fördern..

In der Zeit Von 1997 bis 2001 wurde im Gebäude einer Schule ein kleines Bürger-Zentrum aufgebaut, in dem unter anderem eine kleine Bibliothek mit Fachbüchern  für die Schulkinder vorgehalten wurde.

 

Seit Anfang 1999 diente es auch der ADRA (Adventist Development and Rescue Agency), um ein Ernährungsprogramm zur Armutsbekämpfung durchzuführen.

Mitte1999 nahm eine Krankenschwester mit Sprechstundenhilfe ihren Dienst für zwei Nachmittage pro Woche zur Gesundheitsvorsorge auf für alltäglich Probleme, wie Durchfall, Fieber, Unterernährung usw. Unser Bestreben war es, später einen Arzt einzustellen, der einmal pro Woche kostenlos die Menschen dort behandelt. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen.

 

Ende 2000/Anfang 2001 begannen gewaltsame Auseinandersetzungen im Zuge der Wahl des Präsidenten Aristide, die auf immer mehr Stadtviertel übergingen, die bislang von Gewaltakten politisch rivalisierender Gruppen verschont geblieben waren.


Auch in „unserem“ Viertel kam es zu massiven Gewaltakten und Bedrohung von Bewohnern.

  • 60 Häuser wurden angezündet, zahlreiche Menschen starben, und eine erhebliche Anzahl von Familien floh in andere Stadtviertel.

  • Wir verloren durch diese Gewaltakte die meisten unserer geförderten Schulkinder.

  • Von 104 Kindern blieben nur 20 Kinder übrig, die erst nach intensivem Einsatz unseres dortigen Kooperationspartners, der auch massiv bedroht wurde und nur unter Lebensgefahr die Arbeit in diesem Viertel fortsetzen konnte, wieder ausfindig zu machen.

  • Ebenso haben die Schulleiter der beiden bisherigen Schulen das Stadtviertel verlassen.

  • Das entstandene kleine Bürger/Gesundheitszentrum musste aufgegeben werden.

 

Neuanfang im Sommer 2001 zunächst nur im Bereich Bildung. In 6 Grundschulen (Ecole primaire) der umliegenden Viertel der Cité Jasmin im Vorort ´“Carrefour“ von PauP wurden im Schuljahr 2001-2002 bereits wieder 70 Kinder gefördert.
Davon haben die ersten 6 Kinder im Juni 2002 die 6-jährige Grundschule beendet und die Prüfung bestanden, die einen Wechsel zum Gymnasium erlaubt.
Diese 6 Kinder waren unsere ersten Schüler, die mit Beginn des Schuljahres 2002/03 in die Sekundarstufe auf ein Gymnasium wechselten.

 

Im Schuljahr 2005-2006 konnten wir schon wieder über 100 Kinder fördern.

 

2006 begannen erneut verstärke politische Unruhen, diesmal nach der Ausweisung von exPräsident Aristide durch dessen Anhänger, die auch die Bewohner der sog. „Elendsviertel“ schwer bedrohten und Überfälle verübten. Dadurch wurden 2 der Schulen aus Angst  geschlossen und viele Eltern flohen mit ihren Familien vor den Übergriffen und der permanenten Bedrohung und Unsicherheit entweder aufs Land zu Verwandten, in die Dominikanische Republik und bis nach Florida. Verblieben sind nur ca. die Hälfte der geförderten Schulkinder.

 

Ab dem Schuljahr 2006-2007 haben wir weitere Schulen für unsere Kinder gewinnen können, in denen sie von uns gefördert wurden. Im letzten Schuljahr 2008-2009 hatten wir 40 Kinder in 20 Schulen gefördert.

 

Im Juni 2009 hat sich unser Ziel, dass das erste Kind Abitur macht, erfüllt.

 

Unsere erste Schülerin hat nach einem guten Abitur angefangen zu studieren an der Uni in Port-au-Prince, und zwar  Psychologie und Rechtswissenschaften.

Im Schuljahr 2009-2010 besuchten 8 Schüler bereits die Klasse 12, waren also kurz vor dem Abitur.

 

Im Januar 2010 müssen wir nun unsere größte Katastrophe hinnehmen, mit der wir niemals gerechnet hatten: Das Jahrhunderterdbeben in Haiti. Es ist für uns unfassbar. Wir kennen zur Zeit noch nicht das ganze Ausmaß des Elends und der Zerstörung,  des Verbleibs und Zustands unserer Kinder.

 

Wir müssen wieder bei Null anfangen. Zur Zeit ist ein Schulunterricht undenkbar.
Aber wir werden wieder anfangen. Wir planen nach Kenntnis der endgültigen Lage, wenigstens eine Schule finanziell beim Aufbau zu unterstützen, um dann dort unsere Schüler unterzubringen.