Haiti
Haiti – das schöne und an natürlichen Schätzen reiche Land, die Perle der Antillen, etwas östlich von Cuba in der Karibik gelegen. Dieses Land existiert so nicht mehr. Sein Reichtum wird vielleicht noch denen sichtbar, die es – trotz des offensichtlichen Elends – auf diese Insel zieht.
Haiti hat seit seiner formalen Unabhängigkeit 1804 schwierige Jahre hinter sich gebracht. Diktaturen und Fremdherrschaft haben dem Land und seinem Volk keine politische und wirtschaftliche Struktur hinterlassen, auf der sich aufbauen lässt.
Die Ereignisse seit 1992 haben Haiti sowohl in die internationalen Schlagzeilen als auch unter den Druck der internationalen Gemeinschaft gebracht. Das Land steht vor der Aufgabe, auf der Grundlage von politischem Chaos und wirtschaftlicher Misere eine Demokratie aufzubauen. Doch es fehlen Gelder. Und die Menschen beginnen ihre Zuversicht in die Demokratie zu verlieren. Die politische Krise zwischen 1991 und 1994 hat zur Polarisierung in der Gesellschaft beigetragen. Das internationale Embargo hat zur finanziellen Verschlechterung der Einkommen von Mittel- und Unterschicht geführt. Haiti gilt heute mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 380 US $ als eines der ärmsten Länder der westlichen Hemisphäre.
Die Alphabetisierungsrate – oft als ein wesentlicher Faktor zur Sanierung wirtschaftlicher Probleme genannt – liegt bei Erwachsenen bei ca. 55 % im Landesdurchschnitt, von den Kindern werden nicht einmal mehr 50 % eingeschult – es fehlt das Schulgeld, Bücher und Schulkleidung sind auch zu bezahlen. Und es fehlen Schulen mit qualifiziertem Personal.
85% der Schulen sind privat organisiert: je besser die angebotene Ausbildung, desto teurer sind die Schulgebühren. Der Staat ist nicht in der Lage, Ihre zumeist junge Bevölkerung (Landesdurchschnittsalter 18 Jahre) mit einer ausreichenden Bildung zu versorgen und zu qualifizieren. Zum Ende der Primärschule (6 Jahren) und der Sekundarschule werden staatliche Prüfungen organisiert. Der Mangel an Bildung und Bildungseinrichtungen ist ein Spiegel für die Polarisierung in der Gesellschaft, mit verheerenden Folgen im wirtschaftlichen und politischen Bereich.
In Familien der unteren Einkommensgruppen dürften die Aufwendungen für die Nahrung den größten Posten in der monatlichen Ausgabenstruktur ausmachen. Darauf folgen die Gebühren für die Schulausbildung noch vor den Ausgaben für das Wohnen (Miete, Ausgaben für Wasser und Strom etc.). Insbesondere bei Familien mit vielen Kindern stellt der Schulbesuch eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Trotzdem wird die Schulbildung der Kinder als wichtig erachtet und Einsparungen eher in anderen Bereichen vorgenommen. Im Bereich Bildung setzen wir den Schwerpunkt unserer Arbeit an, im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe, damit langfristig spürbare Verbesserungen bei den geförderten Kindern (und indirekt deren Familien) erzielt werden können.
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